December 13, 2018

Bill Moody, Moulin Rouge, Las Vegas (Kriminalroman), UT Metro/Unionsverlag, Zürich (2002)


MoulinRougeCover


Das ungelöste Rätsel um das Moulin Rouge, dem ersten Jazzclub in Las Vegas, wo Schwarze und Weiße auf der gleichen Bühne standen.
Las Vegas, Mai 1955:
Das Hotel Moulin Rouge wird mit einem rauschenden Fest eröffnet. Die besten Musiker sind eingeladen worden und zum ersten Mal in der Geschichte von Las Vegas stehen Schwarze und Weiße auf der gleichen Bühne. Mit dabei ist der begabte junge Tenorsaxofonist Wardell Gray. Doch in der Nacht nach dieser symbolträchtigen Eröffnungsgala wird Gray tot in der Wüste aufgefunden.
Evan Horne, der nach einer Verletzung seine Karriere als Jazzpianist aufgeben musste, stößt fast vierzig Jahre später auf den mysteriösen Tod von Wardell Gray – und setzt alle Hebel in Bewegung, um das Geheimnis um Gray und um das Moulin Rouge zu lüften.


Rezension:

Probleme sind Gelegenheiten zu zeigen, was man kann.
Duke Ellington
Evan Horne hat so ein Problem. Was heisst da eins? Eigentlich hat er mehrere. Seit er seinen Unfall hatte, kann er nicht mehr als Jazzpianist tätig sein. Seine rechte Hand ist nicht mehr fähig, den Jazz so zu spielen, wie man ihn spielen muss. Monatelang übt er mit seinem Gummiball, den ziehenden Schmerz vergessen zu machen, der ihn überfällt, wenn er komplizierte Akkorde spielen will.
Da kommt die Einladung seines Freundes Ace, einem Literaturprofessor, gerade recht, der ihn nach Las Vegas führt.
Ace möchte einen wissenschaftlichen Artikel schreiben, über das Leben und den Tod von Wardell Gray, einem Tenorsaxofonisten. Er ist nämlich der Meinung, der 37 Jahre lange zurückliegende Tod Grays sei kein normaler Todesfall, sondern ein Mord gewesen. Und daher bittet er Horne, Material über Wardell Gray zu sammeln
Gleichzeitig kann Horne in einer Einkaufspassage einen kleinen Job als Musiker übernehmen um seine kranke Hand wieder langsam an das Spielen zu gewöhnen. Naja, zumindest solange, bis ihm Karl, der Schuhgrösse 48 hat, nachhaltig seinen Fuss auf eben diese Hand setzt. Es ist überhaupt merkwürdig, wieviele Personen plötzlich Interesse an Horne haben. Und als dann noch Sonny, ein Saxofonist der Wardell noch persönlich gekannt hat, nach einem Besuch von Horne ermordet wird, wird die Sache erst richtig spannend.

Wardell Gray hat es wirklich gegeben.
Es gab auch das erste gemische Hotelkasino Moulin Rouge, bei dessen Eröffnung Wardell einer der Stars war, bevor er einige Tage später unter mysteriösen Umständen starb.
Zum ersten Mal sollten und durften dort weisse und farbige Stars zusammen in einem Hotel wohnen.
Damals herrschten in den USA allerdings noch andere Gesetze.

Zitat aus dem Roman:
Sammy (Davis jr.) ist im Sands in den Pool gesprungen, am nächsten Tag haben sie das Wasser abgelassen. Da musste erst ein Calypso-Heini wie Harry Belafonte kommen, bis sie uns an die Blackjacktische rangelassen haben.
Zitat Ende

Bill Moody setzt mit Moulin Rouge, Las Vegas die Reihe mit Evan Horne, dem durch den Unfall verhinderten Pianisten, der praktisch unfreiwillig Ermittler wird, fort. Und auch hier gelingt es ihm, den Jazz in die Geschichte so einzuweben, dass der Leser ständig das Gefühl hat, im Hintergrund eine Melodie zu hören, Zigarettenqualm zu riechen. Er hat die Gabe, eine eher harmlose Geschichte spannend zu erzählen.
Man darf nicht vergessen, der Mord, so es denn einer war, liegt fast 40 Jahre zurück.
Und Evan Horne hat die Chance, zu zeigen, was er kann.

Jazz ist nicht, was Du machst, sondern wie Du es tust.
Fats Waller
Compuexe, Krimiforum.net


»Moulin Rouge, Las Vegas‹ eignet sich hervorragend als Lektüre für heiße Nächte und Cool-Jazz.«
Matthias Penzel Rolling Stone 01.07.2002


»Wardell Gray hat es wirklich gegeben. Es gab auch das erste gemischte Hotelkasino Moulin Rouge, bei dessen Eröffnung Wardell einer der Stars war, bevor er einige Tage später unter mysteriösen Umständen starb. Zum ersten Mal sollten und durften dort weisse und farbige Stars zusammen in einem Hotel wohnen. Bill Moody gelingt es, den Jazz in die Geschichte so einzuweben, dass der Leser ständig das Gefühl hat, im Hintergrund eine Melodie zu hören, Zigarettenqualm zu riechen.«
Krimi-Forum.de Ebersberg 02.09.2003


»Schon im zweiten Roman, ›Moulin Rouge, Las Vegas‹, rückt er nun den Jazz mehr in den erzählerischen Fokus und riskiert es, mit den Krimimotiven von Rätsel und Ermittlung improvisierter umzugehen. Das vermindert die Spannung, lässt aber Freiräume entstehen, die Moody gekonnt nutzt, um die Jazzwelt von Las Vegas in Vergangenheit und Gegenwart lebendig zu machen.«
Ralf Koss Jazzzeit 01.01.2000


»Hochspannung garantiert, ›Moulin Rouge, Las Vegas‹ begeistert nicht nur durch differenzierte Charaktere, eine gut konstruierte Story, sondern ist auch stilistisch auf hohem Niveau und temporeich erzählt. Bill Moody beeindruckt durch Insiderwissen aus dem Musikbusiness. Ein Thriller der Spitzenklasse.«
www.dortmund.de 01.05.2002


»Für Menschen, die Jazz und Kriminalromane gleichermaßen lieben, sind ›Solo Hand‹ und ›Moulin Rouge‹ unwiderstehlich.«
Tagesspiegel Berlin 16.06.2002


»Da Jazz vom Leben in Tönen erzählt und doch sprachlos bleibt, faszinieren Geschichten über deren Schöpfer umso mehr. Der ehemalige Jazzmusiker James Moody begibt sich auf die Spur des Saxofonisten Wardell Gray, der 1955 auf mysteriöse Weise in Las Vegas starb. Empfohlene Musik: ›Twisted‹ und ›Lavonne‹.«
Konrad Heidkamp Die Zeit 28.11.2002


»Und wie Moody seine Geschichte erzählt, in wechselnden Rhythmen, voller Synkopen, mit einem wunderbaren Gespür für Melodien und thematische Entwicklungen, das macht aus seinem Buch nicht nur einen großen Roman über Jazz. Das Buch selbst ist Literatur gewordene Musik.«
Wofgang Platzeck WAZ 20.06.2002


»Der amerikanische Krimiautor und Jazz-Schlagzeuger Bill Moody zaubert mit seinem zweiten Roman um den Pianisten und Detektiv wider Willen Evan Horne ein sehr stilvolles und lesenswertes Stück Krimiprosa. In ›Moulin Rouge, Las Vegas‹ begegnen sich klassischer Detektivroman und Jazz auf höchst unterhaltsame Weise. Geld, Liebe und Musik sind die Kräfte, die seine Figuren treiben. Ihm gelingt damit ein Kriminalroman, der sich gerade durch den Rückgriff auf das Muster des klassischen Detektivromans wohltuend von den meisten Neuerscheinungen des Genres abhebt.«
Ulrich Deurer amazon.de 01.01.2000


»Geschickt agiert Moody zwischen Dokumentation und Fiktion. Für anspruchsvolle Krimi-Leser ist dieser abseits des gängigen Krimi-Mainstreams angesiedelte ›Halb-Krimi‹, durch den sich ein roter ›Jazz-Faden‹ zieht, ein absolutes Muss.«
Günther Freund Buchprofile 01.01.2002


»Die Atmosphäre swingt. Jazzliebhaber werden ständig nicken bei all den Anklängen, die Musikernamen und Schallplatten bieten.«
Stadtmagazin 08.02.2002
Alle: http://www.unionsverlag.com/info/title.asp?title_id=2108