June 24, 2019

Candice Fox, Fall. (Fall, Kriminalroman), Suhrkamp Taschenbuchverlag, Berlin (April 2017)

Der dritte Teil der furiosen Krimitrilogie aus Sydney, geschrieben von der begabten Candice Fox

 

Jetzt mal ehrlich: Ich habe sie satt, die als “Krimi” verpackten Gesellschafts-, Familien-, Beziehungs- und Erziehungsromane. In diesen lauen Mainstream hat die junge Australierin Candice Fox jetzt eine Trilogie gepfeffert, deren Titelfolge Hades, Eden, Fall bereits klarmacht: Hier geht es ums Ganze. Während minderbemittelte Krimiautoren immer noch die Tatsache zu begreifen versuchen, dass jeder Mensch das Zeug zum Mörder hat, schreitet Candice kühn in die Dystopie: Bei ihr kann jeder zum Serienmörder werden.

Tobias Gohlis, „Candice Fox Mord? In Serie! Kühn: Die Eden-Trilogie von Candice Fox“, ZEIT, 3. Mai 2017

 

2017 – Auf den Spuren von Candice Fox’ FALL, 1:

 

 

 

 

 

 

“In der Straße roch es nach Bier und vergammeltem Gemüse; überall hielten Mülltonnen wie gesichtslose grüne Roboter mit bunten Mützen Wache – hinter den Häusern, am Rinnstein, im Gebüsch, an den Außentreppen. Alles roch, als hätten Hunde und Penner drangepinkelt. Durch den Nieselregen hatte sich der Gestank noch verstärkt.”

 

Auf den Spuren von Candice Fox’ FALL, 2:

“Die junge Frau war in der Nähe von Mrs. Macquarie’s Chair im Domain-Park aufgefunden worden. Sie lehnte, für jeden sichtbar, mit aufrechtem Oberkörper an einem Baum in der Nähe eines Fahrradständers. Der Frau war die Jacke über den Kopf gezogen worden, und von weitem konnte man meinen, sie ruhe sich nach einem anstrengenden Dauerlauf aus. Unter der Jacke verbargen sich jedoch grauenhafte Gesichtsverletzungen. Ein fehlendes Auge. Wie ihre Beine ordentlich nebeneinander ausgestreckt waren, deutete nichts auf Gewalteinwirkung hin. Doch für den, der sie gefunden hatte, musste es ein fürchterlicher Schock gewesen sein, als er die Kapuze abnahm.”

Auf den Spuren von Candice Fox’ FALL, 3:

“Ein Abschnitt des Sydney Harbour National Parks befand sich in Mosman, einer in Balgowlah Heights, der größte baumelte wie ein überdimensionierter grüner Wurmfortsatz an Manly. Vermutlich trieben sich dort jede Menge coole Großverdiener in ihrer Freizeit am Strand herum. Teilzeit-Dads und Super-Moms, die von zu Hause einen Blog betrieben. Hunderte von leckeren Joggerinnen musste es dort geben, denen man zwischen den hohen Araukarien auflauern konnte.”