December 13, 2018

James Dashner, Die Auserwählten – In der Brandwüste (The Scorch Trials. Jugendroman), Carlsen Verlag/Chicken House, Hamburg (2012)


Dashner-Brandwueste MAZE RUNNER 2

Zweiter Band der dystopischen Auserwählten-Trilogie für 13-17-Jährige.


Mit dem ersten Teil “Im Labyrinth” hat James Dashner ein dystopisches, von vielen Mysterien umgebenes Jugendbuch geschrieben, das mich total umgehauen hat. Ich war leicht skeptisch, denn im Vorgänger spielte sich fast die komplette Handlung auf einer begrenzten Fläche ab. Ich hatte Befürchtungen, dass der Autor die geniale Atmosphäre nicht auch in die Außenwelt transportieren kann. Doch weit gefehlt, denn “In der Brandwüste” ist sogar noch ein kleines Stück besser und spannender als “Im Labyrinth”.

Die liebgewonnen Charaktere sind alle wieder mit dabei, sofern sie noch am Leben sind. Die Hauptperson Thomas mochte ich schon im ersten Teil sehr gerne, doch nun lernt man sein Innenleben noch besser kennen. Er muss oft Kämpfe mit sich selbst austragen, versucht immer das Richtige zu tun und achtet auch auf seine Freunde und Mitstreiter. Dabei driftet er aber nie in übertriebenes Gutmenschentum ab, sondern tut durchaus auch Dinge, die man nicht von ihm erwartet hätte. Auch vom immer etwas machoartig auftretenden Minho und vom besonnenen Newt konnte ich nicht genug kriegen und die beiden wurden zu wichtigen Menschen an Thomas’ Seite. Mit der Entwicklung von Teresa hat James Dashner ebenfalls ein Glanzstück abgeliefert. Ich will nicht zuviel verraten, doch es hat mir kaum Ruhe gelassen, was aus ihr geworden ist nach ihrem Verschwinden gleich zu Anfang der Geschichte. Nach einiger Zeit muss man sich fragen ob Teresa wirklich diejenige ist für die sie sich ausgegeben hat. Diese immer in der Luft schwebende Frage war einer der Eckpfeiler dieses spannungsgeladenen Werks.

kapo, 4. 7. 2012,  Büchertreff.de


Diese Rezension möchte ich mal ein bisschen anders beginnen! Ich muss zunächst loswerden, dass ich es überhaupt nicht verstehen kann, weshalb die Bücher von James Dashner in Deutschland nicht genauso bekannt sind wie die “Tribute von Panem”-Reihe von Suzanne Collins. Die meisten Dystopien werden ja doch immer wieder an dieser Reihe gemessen und James Dashner ist jemand, der in diesem Vergleich auch richtig gut abschneidet. Vom Gefühl her habe ich “Die Auserwählten” – und zwar beide bisher erschienenen Bände – mit noch mehr Neugier, Spannung und Begeisterung gelesen als “Panem”. Also: wer die Bücher noch nicht kennt und so richtig spannende Dystopien – ganz ohne Liebeskitsch – vermisst, der sollte hier zugreifen!

 

Buchbegegnungen, 23.09.2012