December 13, 2018

Jon McGregor, So oder so. (So Many Ways to Begin. Roman), Verlag Klett-Cotta, Stuttgart (2007)

McGregor-Sooderso


„Jon McGregor erzählt in seinem Roman ‚So oder so’ keine Handlung aus einem Guss, sondern reiht mehr als 62 Episoden aneinander und springt dabei auch in der Chronologie hin und her. Jeder Abschnitt trägt im Titel die Bezeichnung eines Erinnerungsstücks, z. B.: ‚Handgeschriebene Liste mit Haushaltsgeräten, ca. 1947’, ‚Ansichtskarte, John-Lewis-Werft, Aberdeen, ca. 1967’, ‚Ein paar Kinderfäustlinge, gestreift, ca. 1983’. Aus den einzelnen Begebenheiten kann der Leser die Geschichte zusammensetzen, etwa so, wie sich historische Ereignisse aus Artefakten und Aufzeichnungen rekonstruieren lassen. Beim Protagonisten handelt es sich denn auch um einen Museumskurator. Diese Darstellungsweise, die an einen Kinofilm denken lässt, geht allerdings zu Lasten der Dramaturgie, weil sich auf diese Weise kein Spannungsbogen aufbauen lässt. Für hastige Leser, die gern mitgerissen werden wollen, ist ‚So oder so’ weniger geeignet; empfehlenswert ist die Lektüre für Literaturliebhaber, die sich Zeit nehmen und Freude daran haben, das Puzzle zusammenzusetzen.

http://www.dieterwunderlich.de/McGregor_so_oder_so.htm


„Eines der schönsten stillen Bücher des Spätsommers 2007, geprägt von einer glasklaren Sprache, außerhalb jeglicher übertriebenen Reizüberflutung: eine Hervorhebung der Schönheit des Einfachen und Unspektakulären. ‚So oder so’ öffnet die Augen für das Gewöhnliche, aber nicht minder Attraktive. Das Buch ist eine Ode an den Augenblick.”
Heike Geilen, Literature.de, 19. September 2007