July 16, 2018

Presse

Jon McGregor, Als Letztes die Hunde:

Das Buch ist harte Kost, es erspart dem Leser nichts: nicht die Angst vor den reissenden Entzugsschmerzen, welche die Süchtigen unter Inkaufnahme aller anderen Entbehrungen und Demütigungen von einem Schuss zum nächsten jagt; nicht den Blick auf die verwahrlosten Leiber und ihre stumpf gewordenen Begehrlichkeiten, auf die versifften Nester, wo sie für Momente Ruhe finden; nicht den Aufenthalt im Obduktionssaal, wo Roberts vom Alkoholmissbrauch zerfressener, vom Junkfood verfetteter, von Vernachlässigung und zahllosen Stürzen gezeichneter Leichnam ausgeschlachtet wird. Das ist schwer auszuhalten – aber in der von McGregor gefundenen Form nicht unerträglich. Denn zum einen beherrscht der Schriftsteller die Materie in verblüffendem Mass, was sich auch den Erfahrungen seiner Ehefrau im Sozialdienst für Obdachlose und Randständige verdanken mag. Zum anderen hat er eine Diktion gefunden, knapp, hart, doch gleichzeitig sprunghaft und an den Rändern zerfasernd, die als überzeugendes Medium für sein Thema funktioniert. In der Originalfassung sind noch regionale Färbungen in die Sprache einzelner Figuren eingebracht; diese Nuance fällt bei Anke Caroline Burgers Übertragung zwangsläufig weg, doch sonst schenkt sich die Übersetzerin nichts. Sie trifft den toughen, kalt verzweifelten Ton, in dem sich das Saloppe oder Ordinäre nie wirklich breitmachen kann.

http://www.nzz.ch/magazin/buchrezensionen/die_kalte_hoelle_der_sucht_1.12806763.html


Jon McGregor, Als Letztes die Hunde

Der Roman “Als Letztes die Hunde” ist radikal in Inhalt und Form. Denn die erbarmungslose Geschichte von Drogen- und Alkoholabhängigen, von alten und jungen Männern und Frauen, beginnt mit dem Tod Roberts und endet in der Pathologie und dann im Krematorium.
Jon McGregor findet Ausdrücke für die Gefühle und Zustände Suchtkranker, für ihre erlebten “kleinen Tode”, er charakterisiert ihre Leiden und beschreibt ihr Abwesenheitsgefühl von der Welt. Seine Typen sprechen Jargon, hart und hässlich und verzweifelt und reden über das “Zeug, über das man so nachdenkt”. Ein solches Leben, sagen sie, ist ein “Vollzeitjob”. Am Ende sind nicht mehr viele von ihnen am Leben, nur ihre Hunde trauern.

Ein erschütternder, rhythmisch durchkomponierter Roman und ein glänzend übersetztes Buch. Ernst, eindringlich und angemessen erbarmungslos.

Besprochen von Verena Auffermann
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/1583959/


„‚Der Fall Hamilton’ von Michelle de Kretser … kann ohne Umschweife als echte Entdeckung bezeichnet werden. … Doch nicht nur dramaturgisch, sondern vor allen Dingen immer wieder sprachlich überzeugt dieser spannende und unterhaltsame Roman. Es ist nämlich schlicht sagenhaft, wie diese Frau ihre Sprachlust austobt und immer neue Vergleiche und Metaphern an Land zieht …. An dieser Stelle ist auch unbedingt die umsichtig gewitzte Übersetzung von Anke Caroline Burger zu loben, welche die Fabulierlaune ins Deutsche rettet.“

Shirin Sojitrawalla, Lesart 4/06, Winter 2006


„Der LiBeraturpreis 2007 geht an die australische Schriftstellerin Michelle de Kretser. Sie wurde ausgezeichnet für ihren Roman ‚Der Fall Hamilton’ (Klett-Cotta). Die Jury lobte besonders den innovativen Reichtum der Sprache, den Witz und die detaillierte Beobachtungsgabe de Kretsers, mit denen die Autorin den Leser auf eine Reise in eine ferne Welt mitnimmt.“

http://www.liberaturpreis.org/kretser.html


„ … Anke Caroline Burger für die phantastisch swingende Übersetzung (wann wurde das vom Aussterben bedrohte Wort ‚zwirbeln’ in den letzten Jahren jemals so treffend eingesetzt?), die sich damit zu Recht nicht nur eine lapidare namentliche Erwähnung, sondern kurze Darstellung ihres bisherigen Werdegangs echt verdient hat … Das ist Teamwork – so ist Jazz!“

Bernd Neumann, Krimi-Couch

http://www.krimi-couch.de/krimis/bill-moody-bird-lives.html


„Wie die Polaroids dieses Sammlers präsentiert McGregor Momentaufnahmen des Alltags in gestochen scharfen Bildern. Sein präziser, poetischer Stil ist die eigentliche Sensation dieses Buches, die Übersetzerin Anke Caroline Burger hat ihn meisterhaft ins Deutsche übertragen.“
Jobst-Ulrich Brand, „Augenblick mal!“, Focus, 28. 05. 2005


„McGregor schreibt verdichtete, gedichtete Prosa. Diese Prosa ist ein Gedicht. Lyrisch, sorgfältigst durchgeplant, klangvoll, tief empfindsam mit einem verblüffenden Sinn für die kleinen Details des Alltags. Auch wenn man zu Beginn des Romans zunächst ratlos die Stirn runzelt: Die Sprache entwickelt einen ganz eigenen poetischen Sound, macht süchtig, weckt den Ehrgeiz, dem Rätsel auf die Spur zu kommen und den Fäden zu folgen, die erst ganz am Ende zusammenlaufen. Ein großes Lob gebührt an dieser Stelle auch Anke Caroline Burger für ihre treff- und stilsichere Übersetzung.“

Ole Cordsen, Ein Prosa-Gedicht, 3Sat, denkmal, 30.05.2005

Jon McGregor, Nach dem Regen (Roman), Verlag Klett-Cotta, Stuttgart (2005)


“Der Amerikaner Bill Moody hat bisher fünf Romane um den Jazzpianisten und Gelegenheitsdetektiv Evan Horne geschrieben, drei davon liegen auf Deutsch im Unionsverlag vor. Übersetzt hat die Bücher Anke Caroline Burger und sie hat hervorragend gearbeitet. Was gibt es besseres, schöneres über einen solchen Text zu sagen als dass ich mittendrin aufgesprungen bin und erstmal in alten Platten kramen musste bis ich den richtigen Sound für den Stoff hatte? – Burger hat den Swing übersetzt und der Groove stimmt.”

Gerd Friedrich Marenke, Kaliber .38, 2004

Bill Moody, Auf der Suche nach Chet Baker (Kriminalroman), Unionsverlag, Zürich (2004)


„Zahavis neuer Roman knüpft von den sprachlichen Mitteln her an das ‚Schmutzige Wochenende’ an. Auch die neue Übersetzerin trifft sicher diesen Erzählton, der mit zynischen Kommentaren nicht spart und bei steigendem Tempo genüsslich die Spirale der Gewalt höher dreht.”

Frank Schorneck

Helen Zahavi, Donna und der Fettsack (Roman), UT Metro/Unionsverlag, Zürich (2000)


“Er hat keine Masche, keine Formel, kein Rezept. Es erzählt in
leichtem Plauderton (der technisch extrem schwierig zu erzielen ist, die Übersetzung von Anke Caroline Burger trifft ihn auf den Punkt) eine sehr komplizierte Geschichte über komplizierte Menschen in einer
komplizierten Welt. ”

Thomas Wörtche, Leichenberg 01/2005

Norman Green, Total Illegal (Roman), zebu Verlag, Frankfurt (2004)